Canon Powershot G7x als Edelkompakte im Test

Canon Powershot G7x als Edelkompakte im Test

5. Mai 2015 0 Von Lassito
Geschätzte Lesezeit: < 1 Minute

EINLEITUNG:

Wir hatten ja schon so einiges hier im Test. Gar nicht wenig von Canon. Jetzt aber zieht die erste 1 Zoll Kamera bei uns ein und versucht uns zu Begeistern. Ob ihr das gelingt lest ihr in diesem Test.

UNBOXING:

Ich habe mich wahrlich gefreut die Canon G7x in Empfang zu nehmen. Ich habe ja selbst eine Nikon D7000 und als Backupkamera eine Samsung NX Mini mit einem 1 Zoll Sensor. Somit habe ich den direkten Vergleich zur Canon.

Sieht man sich die Verpackung der Canon an so rinnt einem richtig das Wasser im Mund zusammen. Ein schwarzer Karton auf dem die Oberseite der Kamera sowie deren Wählrad und Auslöseknopf abgebildet ist. Aber das Besondere daran ist die rote Farbe der beiden Teile. Es wirkt mysteriös und macht Lust auf mehr.

Deshalb habe ich nicht lange gefackelt und das Ding herausgeholt. Neben der Kamera selbst finden wir natürlich die notwendige Lektüre, einen Akku sowie ein separates Ladegerät was mich schon mal stutzig gemacht hat. Weiters findet sich noch eine Handschlaufe und das war es dann auch schon.

HANDLING:

Kompakte haben den Vorteil meist leichter als DSLR zu sein. Auch platztechnisch sind die Dinger kleiner als ihre großen Gegner. So auch die Canon G7x die zu den Profikompakten zählt. Ihre Profi DNA wie es Canon so schön nennt sieht und spürt man ihr an.

Mit einer Größe von 103 * 60,4 * 40,4 mm gehört sie noch zu den Kleinen muss aber beim Gewicht von 304 Gramm zugeben kein Leichtgewicht zu sein. Schuld daran dürfte die Materialwahl sein die aber genau den Puls der Zeit trifft. Ich will die Canon gar nicht mehr aus den Händen legen. Mit dem metallenen Gehäuse spiegelt die Canon das Profisegment wieder und steht dem Gegner der Sony RX100 in nichts nach.

Schauen wir uns die Kamera aber genauer an:

Front:
• Objektiv mit 8,8-26,8mm !.!.8-2.8 (KB 24-100)

Rückseite:
• klappbares 7,5 cm (3,0 Zoll) PureColor II G Touchscreen-LCD (TFT). 3:2 Seitenverhältnis. ca. 1.040.000 Bildpunkte, kapazitiv

• mehrere Tasten wie Play, Menü, Ring/Func., Video, Verstellrad usw.

Oberseite:
• ausklappbarer Blitz

• On/Off Button

• Auslösebutton mit Zommregler

• Belichtungskorrektur-Wählrad

• Modi-Wählrad

Unterseite:
• Stativgewinde

• Akku – Speicherkartenslot

rechte Seite:
• A/V Out

• microHDMI out

• WLAN Verbindungstaste

linke Seite:
• Blitztaste zum Ausfahren

SENSOR / PROZESSOR / ISO UND AUFLÖSUNG:

Die Canon G7x ist die erste Canon aus dem Hause die mit einem 1 Zoll Sensor ausgerüstet ist und somit ein ernster Gegner der  Sony RX100 darstellt. Man munkelt sogar, dass die beiden Kameras denselben Sensor besitzen.

Der Sensor ist ein 1,0-Zoll-Typ Back Illuminated CMOS Sensor der mit 20.2MP im 3:2 Format auflöst. Als Bildprozessor verwendet Canon den altbekannten DIGIC 6 mit iSAPS-Technologie den wir schon aus Kameras wie der SX700HS kennen.

Bei den möglichen ISO-Werten hat man ebenfalls nicht gepatzt. Canon kann mit folgenden einstellbaren Werten voll überzeugen. 125, 160, 200, 250, 320, 400, 500, 640, 800, 1000, 1250, 1600, 2000, 2500, 3200, 4000, 5000, 6400, 8000, 10000, 12800 sind manuell einstellbar wobei im AUTO-Modus nur von 125 – 3.200 ISO geregelt wird.

Zu den Bildformaten sei gesagt, dass die G7x alle Formate beherrscht. Von 3.:2, 4:3 und 16:9 ist alles dabei. Hier ändern sich lediglich die Megapixelzahlen.

DISPLAY:

Ein wunderbares Ding das Display der Canon G7x. Mit den7,5 cm (3,0 Zoll) PureColor II G Touchscreen-LCD (TFT) im 3:2 Seitenverhältnis und den 1.040.000 Bildpunktn überzeugt die Kamera auf voller Länge. Das Knipsen ohne Sucher macht auch mit diesem Display riesig Spaß. Die Bildkontrolle versteht sich auf so einem hochauflösenden Display von selbst. Auch kann man die Helligkeit in 5 Stufen verstellen.

Zu guter Letzt ist das Display nach oben klappbar sprich um 180 Grad nach oben. Blöderweise nicht nach unten was schade ist.

Einen absoluten Pluspunkt erhält das Display wegen der Touchfähigkeit. Die Reaktion auf die Finger sowie die Genauigkeit sind hervorragend.

BLITZ:

Ich verstehe es immer noch nicht. Heutzutage muss man den Blitz von Hand ausklappen. Früher ist der von selbst ausgefahren hat man ihn gebraucht. So auch bei der Canon. Der Blitz muss von selbstständig auf der linken Seite entriegelt werden und fährt dann nach oben aus dem Gehäuse. Mit einer Reichweite von 50 cm – 7,0 m im Weitwinkelbereich und bei 40 cm – 4,0 m im Telebereich kann man nicht meckern. Ein Blitzschuh für externe Geräte fehlt leider. Ansonsten beherrscht der interne Blitz aber alles was man zum Fotografieren braucht wie Blitzen auf den zweiten Verschlussvorhang und die manuelle Intensitätseinstellung.

BEDIENUNG:

Diese geht so was von leicht von der Hand. Hin und wieder habe ich das Gefühl man hat mit Sony eine Allianz gebildet. Die Menüs gleichen sich schon fast zur Gänze. Mit dem 4-wege Kreuz kann man locker leicht durch das Menü schweifen und die notwendigen Einstellungen treffen.

Die Grundeinstellungen lassen sich mittels PSAM-Wählrad auf der Oberseite treffen. Die Unterfunktionen werden dann mittels der Func-Taste inmitten des 4-wege Kreuzes eingestellt. Hier hilft der Touchscreen enorm.

Das Menü von vorne bis hinten zu beschreiben würde den Rahmen des Berichts sprengen sodass ich mich auf das notwendigste beschränke.

Digitalzoom ein/aus; Autofokus Lupe ein/aus, Touch Auslöser ein/aus; Blitzeinstellungen, Tipps&Tricks usw.

Die Einstellungsmöglichkeiten ändern sich auch nach gewählter Modusart dh dass man zb im AUTO-Modus weniger an Einstellungen erfährt als im manuellen Modus.

Dem Ruf als Edelkompaktkamera folgend, bietet die G7x einiges an Ausstattung. Keine Angst man kann auch nur im Automodus knipsen. Dabei unterscheidet dieses zwischen 58 Aufnahmesituationen und ist eine verlässliche für nicht so versierte Fotografen. Mit dem Hybrid-Auto-Modus, der bei jedem Bild einen zwei bis vier Sekunden langen Videoclip aufnimmt lässt sich sozusagen ein Tagebuch anlegen. Natürlich ist das nicht alles und so gibt es noch den kreativen Modus. Dabei lassen sich die Effekte über den Objektivring einstellen. Dieser Modus gefällt mir persönlich sehr gut denn die Kamera knipst 6 unterschiedliche Bilder mit unterschiedlichen Ausprägungen der Anfertigung. Aber auch normale Szenen wie Porträt, Nachtaufnahme oder zb Sternenhimmel sind möglich.In diesen Modis verstecken sich oft Einstellmöglichkeiten wie der Gesichtsmodus. Mit der Blinzel- und Lächelerkennung und Auslösen bei einem zusätzlich erscheinenden Gesicht können Selfies mit Fotografen gemacht werden.

Der HDR-Modus der inzwischen nirgendswo mehr fehlen darf seinen Platz bekommen. Nichts desto trotz benötigt der Profi Programme wie die Programmautomatik, die Halbautomatiken Blenden- und Zeitvorwahl und den manuellen Modus. In diesen Modis bietet die G7x überdies zahlreiche Einstellmöglichkeiten angefangen von der Belichtungsspeicherung über das Festlegen der ISO-Obergrenze bis hin zur Verknüpfung von Belichtungs-Spotmessung und Autofokus-Rahmen. Dank des schnellen Autofokus kann Canon die Serienbildgeschwindigkeit auf 6,5 Bilder pro Sekunde steigern. Nutzt man die RAW-Speicherung, verlangsamt sich die Geschwindigkeit auf rund ein bis zwei Bilder pro Sekunde. Für extrem helle Lichtsituationen bietet die G7x einen vorschaltbaren Graufilter.

OBJEKTIV:

Auch wieder ein Meisterstück seitens Canon. Mit einer Lichtstärke von 1.8-2.8 glänzt das Objektiv auf ganzer Breite. Dazu kommt noch ein Brennweitenbereich von zirka 4-fach Zoom sprich 24-100mm nach KB. Wem das nicht genügt kann noch digital nachzoomen. Jeder weiß aber wie ungesund das ist und vermieden werden sollte.

Die genauen Werte seitens Canon lauten:
• optisch: 4,2fach

• ZoomPlus: 8,4fach

• digital ca. 4fach, mit Digital-Telekonverter ca. 1,6fach oder 2,0fach

• kombiniert ca. 17fach

Der Objektivaufbau selbst erfolgt in 11 Linsen in 9 Gruppen die natürlich bildstabilisiert sind (5-Achsen).

VIDEO:

Wer schon eine Edelkompakte oder besser gesagt eine Profikompakte kauft will damit sicherlich auch filmen. Dies beherrscht die Canon absolut denn mit FullHD und 60fps überzeugt die Qualität.

Als Formate hat man folgende Features zur Auswahl:
• (Full-HD) 1.920 x .1080, 60 B/s / 30 B/s

• (HD) 1.280 x 720, 30 B/s

• (L) 640 x 480, 30 B/s

• Sternen-Zeitraffer-Movie (Full-HD) 30/15 B/s

• Miniatur-Effekt (HD, L) 6 B/s, 3 B/s, 1,5 B/s

• Hybrid Auto (HD) 30 B/s

• iFrame Movie (Full-HD) 30 B/s

Leider hat man wieder die Videolänge beschränkt. Im FullHD Modus sind es knapp 30 min. Als Aufnahmeformat beschränkt man sich auf MP4 [Movie: MPEG-4 AVC / H.264, Audio: MPEG-4 AAC-LC (Stereo).

KONNEKTIVITÄT:

Gleich wie mit der Canon SX700 ist eine Verbindung mit dem Smartphone oder Tablet möglich. NFC sorgt für Sorgenfreiheit. Smartphone an die Kamera, aus dem z.B. Play Store die notwendige App installiert, eingerichtet und schon habe ich das Bild auf meinem Smartphone oder Tablet. Bei Nachtaufnahmen kann ich so getrost auf die Selbstauslösung verzichten, denn zum Auslösen verwende ich das Smartphone.

Aber auch zum Betrachten der Bilder muss ich dies nicht mehr auf dem tollen Kameradisplay machen, nein ich lade mir die Bilder auf das Smartphone und schau sie mir dort an.

Die Bilderübertragung egal auf welches Medium wie zB einen Drucker erfolgt recht simpel. Die Speicherung von Ortsangaben mittels GPS ist leider nur in Verbindung mit einem Smartphone möglich. Windows Phone User habe aber auch hier das Nachsehen denn es gibt leider kein App dafür.

BILDQUALITÄT:

Von einem 1 Zoll Sensor kann man einiges verlangen. Dieser Anforderung wird Canon scheinbar gerecht. Wie schon bei der SX700HS gefallen mir persönlich die Bilder sehr gut. Die Farben sind vielleicht etwas blasser als bei der RX100 doch auch bei der Canon ist der Kontrast gleichauf mit der Sony. Bei der Schärfe gefällt mir die Sony vielleicht etwas besser aber das denke ich liegt im Auge des Betrachters. Durch das sehr lichtstarke Objektiv gelingen auch Freistellungen sowie sehr gute Bilder bei Nacht.

Ich will euch aber nicht lange zu texten sondern lasst euch doch einfach von den Bildern berauschen.

FAZIT:

Gut gemacht Canon. Mit der ersten 1 Zoll Sensor Kamera rückt man Sony sehr nahe an den Pelz. Das Eis wird dünn. Der Name Edelkompaktkamera ist verdient.

Ist dir die Canon G1x markII zu Groß und zuviel Profi, dann ab zur Canon G7x.

Nicht nur das Objektiv sondern auch die Verarbeitung ist auf Profi Niveau. Zum hervorragenden Handling trägt das Touchscreen bei das auf Berührungen sofort reagiert und diese umgehend umsetzt. Doch auf für Schnappschussfans ist die G7x das absolute Traumgerät. Treffsicher und schnell sind die Eigenschaften der Canon Kompakten.

Die als sehr gut zu bezeichnende Bildqaulität, bis ISO 800, rundet das Gesamtergebnis ab.

Wir hoffen auch in Zukunft auf einen würdigen Nachfolger.

Quelle: Canon G7x

Verarbeitung
Bildqualität
Display
Preis
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