Canon Powershot SX700 im Test

Canon Powershot SX700 im Test

5. Juni 2014 0 Von Lassito
Geschätzte Lesezeit: 12 minutes

So schnell geht’s und die zweite Kamera aus dem Hause Canon liegt bei uns in der Redaktion.

Diesesmal handelt es sich um eine Kompaktkamera, die eine Besonderheit aufweist. Sie ist nicht nur sehr kompakt sondern überdies mit einem Superzoom ausgestattet.

Ob solche Kameras sich von der Bildqualität her überhaupt beweisen können und ob ein solches Zoom-Monster überhaupt praktisch ist, lest ihr gleich.

UNBOXING:

Schlicht, aber alles dabei. Dies könnte der einzige Satz sein, der unter Punkt UNBOXING anzuführen wäre.

Verpackung - Canon SX700

Verpackung – Canon SX700

Neben der Kamera selbst liegt ein Ladegerät, der Akku mit 1060mAh, eine Trageschlaufe (Bändchen) sowie die Bedienungsanleitung bei.

Lieferumfang - Canon SX700

Lieferumfang – Canon SX700

Man braucht also nur noch eine SD-Karte, in unserem Fall eine SanDisk Extreme mit 8GB. Rein in die Kamera, schnell formatiert, auf Automatikmodus geschaltet und los geht’s.

HANDLING:

Die Canon SX700 ist eine waschechte Kompaktkamera mit vielleicht etwas größerem Ausmaß. Mit 112,7 x 65,8 x 34,8 mm und einem Lebendgewicht von 269 Gramm ist die Kompaktzoomer ideal für Reisen. Sie fällt nicht ins Gewicht und passt noch locker in eine Jackentasche. Diebstählen wird so vorgebeugt.

Das verwendete Material ist allem Anschein nach Kunststoff, der aber wie schon bei der Canon EOS 70D fantastisch verarbeitet ist. Spaltmaße, die nicht in Ordnung gehen gibt’s nicht. Es ist alles wunderbar verarbeitet.

Betrachten wir die Seiten der Reihe nach, so finden wir folgendes.

Front:

  • Objektiv

  • Leichte Halteschale bzw. Griff

  • AF-Hilfslicht

Frontansicht - Canon SX700

Frontansicht – Canon SX700

Oben:

  • Rec-Taste (Videoaufnahmen)

  • Auslöser mit Drehrad für den Zoom

  • On-Off Button

  • Ausklappbarer Blitz

Draufsicht - Canon SX700

Draufsicht – Canon SX700

Unten:

  • Stativgewinde (fast zentriert)

  • Akku-Speicherkartendeckel

 

Ansicht unten - Canon SX700

Ansicht unten – Canon SX700

Links:

  • Blitztaste (zum Ausfahren des Blitz)

  • Screentaste

  • NFC

Seitenansicht - Canon SX700

Seitenansicht – Canon SX700

Rechts:

  • Halteschlaufe

  • AV-Out

  • HDMI-

Seitenansicht - Canon SX700

Seitenansicht – Canon SX700

Hinten:

  • Einstellrad (M, Av, Tv, P, Live, Auto-Hybrid, Auto, Kreativ, Sport, Szene, Effekte, Filmen)

  • Play-Taste (Wiedergabemodus)

  • Smartphone-Taste

  • Drehrad, Vierwegekreuz und Func-Button

  • Displaytaste

  • Menütaste

  • 7,5 cm (3,0 Zoll) PureColor II G LCD (922.000 Bildpunkte sRGB)

Rückansicht - Canon SX700

Rückansicht – Canon SX700

Die Canon Powershot SX700 liegt wirklich gut in der Hand. Die Griffmulde könnte etwas mehr ausgeprägt sein und würde das Halten etwas erleichtern. Fährt man das Objektiv im Zoombetrieb ganz aus, so wird die Kompakte etwas frontlastig. Sie zieht es direkt nach vorne. Kein Wunder bei 5,8 cm, die das Objektiv hinausfährt.

SENSOR / PROZESSOR / ISO UND AUFLÖSUNG:

Beim Sensor gibt es im Vergleich zu einer DSLR platzbedingt natürlich Unterschiede. So kann es nicht anders sein, als dass ein kleinerer Sensor in der Größe von 1/2,3-Zoll der Type, Back Illuminated, als CMOS, verbaut wurde.

Der Bildprozessor ist nagelneu und nennt sich Digic 6 mit iSAPS-Technologie. Dieser lässt es nur so krachen, kann ich euch sagen. 7-10 Bilder sind es, die die Kompakte ohne Weiteres schafft, spielt die Speicherkarte mit.

Bei den ISO-Werten ist man bei 100, 200, 400, 800, 1.600, 3.200 sehr gut bedient. Manch andere Superzoomer schaffen sogar noch mehr. Nichts desto trotz lassen sich mit Stativ noch nette Nachtbilder knipsen.

Die 16,1 MP der Canon SX700 können auf mehrere Formate aufgeteilt werden.

  • 4:3 – (L) 4.608 x 3.456, (M1) 3.264 x 2.448, (M2) 2.048 x 1.536, (S) 640 x 480

  • 16:9 – (L) 4.608 x 2.592, (M1) 3.264 x 1.832, (M2) 1.920 x 1.080, (S) 640 x 360

  • 3:2 – (L) 4.608 x 3.072, (M1) 3.264 x 2.176, (M2) 2.048 x 1.368, (S) 640 x 424

  • 1:1 – (L) 3.456 x 3.456, (M1) 2.448 x 2.448, (M2) 1.536 x 1.536, (S) 480 x 480

DISPLAY:

Als Display fungiert ein 3 Zoll, 7,5cm großer PureColor II G LCD mit einer sRGB und 922.000 Bildpunkten.

Display - Canon SX700

Display – Canon SX700

Leider ist das Display nicht klapp- oder kippbar. Es kann dann zwar doch mit sehr guter Helligkeit punkten, ist schlussendlich aber als reiner Sucher doch teilweise zu wenig. Nur zu oft wünsche ich mir bei solchen Kameras einen eigenen Sucher. Bei starkem Sonnenlicht haben diese durchaus einen Vorteil.

Ebenfalls wünschenswert und heutzutage schon fast Standard ist ein Touchscreen. Ok, das Display ist nicht kippbar und man hat vielleicht deshalb darauf verzichtet, doch erleichtert es das Zappen durch das Menü schon wesentlich, siehe Beispiel Canon EOS 70D.

BLITZ:

Ja der Blitz. Anfänglich habe ich ihn gar nicht wahrgenommen. So klein sind die Spaltmaße auf der Oberseite der Kamera. Als ich dann an der linken Seite den eigenen Knopf zum Hochfahren des Blitzes sah, war mir erst bewusst, dass Canon diesen nicht vergessen hat. Eine Leitzahl des Blitzes konnte ich auf der Homepage von Canon leider nicht ausmachen, doch bis auf ca. 3,5 Meter lassen sich Objekte doch recht gut belichten.

Blitzklappe - Canon SX700

Blitzklappe – Canon SX700

Eine schlechte Angewohnheit ist, sich im Automatikmodus auf das automatische Ausklappen des Blitzes zu verlassen denn dies tut er bei der Canon SX700, nicht. Nein, er muss jedes Mal wenn man das  Gefühl hat ihn zu benötigen selbst ausklappen. Das ist mühsam und macht eigentlich keinen Spaß. Wenn er dann losgelassen wurde, dann funkt er recht gut.

BEDIENUNG:

Ich habe vorhin schon erwähnt, dass dem Display die Touchfähigkeit fehlt. Diese beeinträchtigt eine wenig die User Experience. Das Vierwegekreuz gewinnt stark an Bedeutung, geht es um Einstellungen. Im Aufnahmemodus ist es der „Func“ Button, der nötig ist um die Einstellungen wie den Weißabgleich, die Bildgröße oder andere Paramter zu erreichen. Doch auch das Drehrad, das sich rund um das Vierwegekreuz befindet, ist wichtig, wenn man sich die Bilder, die man zuvor geknipst hat, anschauen will. Dreht man über das Rad, wird auch der Übergang der Bilder anders animiert als mit dem Kreuz. Coole Sache!

Steuereinheit - Canon SX700

Steuereinheit – Canon SX700

Aber es gibt auch eine Menü-Taste. Drückt man diese, kommt man ins Hauptmenü. Im Aufnahmemodus lassen sich dort Sachen wie Digitalzoom, AF-Feld Lupe, AF-Hilfslicht, Blitzeinstellungen, Quecksilberlampenkorrektur, Windschutz, Bildüberprüfung nach der Aufnahme, Blinzelwarnung, Gitternetz, IS- Einstellungen (Stabilisierung) usw. einstellen. Alles aufzuzählen, wäre zu lang und auch nicht wirklich wichtig.

Menü - Canon SX700

Menü – Canon SX700

Es gibt noch einen zweiten Punkt im Menü, gekennzeichnet durch ein Werkzeug. Dort finden sich Sachen wie Stummschaltung, Tipps & Tricks, Datum / Uhrzeit usw., sprich die Grundeinstellungen.

Grundeinstellungen - Canon SX700

Grundeinstellungen – Canon SX700

Im Betrachtungsmodus erweitert sich das Menü noch um Druckoptionen und die Wiedergabemöglichkeiten.

Druckmenü - Canon SX700

Druckmenü – Canon SX700

Ein wenig will ich noch auf die Tasten eingehen, die sich so auf der Kompakten befinden. Sie lassen sich super erreichen und man kennt sich nach etwa 300 Bildern schon gut aus. Man findet die Tasten dann blind. Der Zoomhebel, der sich direkt beim Auslöser befindet, ist sehr leichtgängig. Hin und wieder ist es mir passiert, dass ich ungewollt gezoomt habe. Blöd, aber wahrscheinlich mein Fehler.

OBJEKTIV:

Ein Objektiv im eigentlichen Sinn, wie es manche verstehen, gibt es ja nicht, obwohl das Objektiv der Canon SX700 nur etwas versteckter ist. Mit einer Brennweite von 4,5 – 135,0 mm (äquivalent zu KB: 25 – 750 mm) spricht man von einem 30fachen Zoom. Das ist schon Hammer und hat mich nach den ersten Gehversuchen richtig vom Hocker gehauen. Was ich da alles ran zoomen konnte, ihr würdet es nicht glauben.

Als Zoomfaktor gibt Canon selbst,

  • 30fach optisch

  • ZoomPlus: 60fach

  • digital ca. 4fach (mit digitalem Telekonverter ca. 1,6fach oder 2,0fach)

  • kombiniert ca. 120fach

an.

Objektiv - Canon SX700

Objektiv – Canon SX700

Die Lichtstärke von 3,2-6,9 geht somit schon klar. Sicherlich wird es nachts etwas enger, aber mit Stativ ist viel möglich.

Der Aufbau des Objektivs erfolgt mit 13 Linsen in 10 Gruppen die stabilisiert sind. Bei Canon nennt man das IS Objektiv.

VIDEO:

Der Videomodus ist manchen wichtiger als der Fotomodus. Sicher kann man im Video fast mehr festhalten als bei Fotos, doch darf man nicht vergessen, dass die Speicherkarte umso schneller voll ist.

Mit der Canon Powershot SX700 ist es natürlich möglich FullHD Videos zu drehen. Folgende Formate kann man sich aussuchen.

  • (Full-HD) 1.920 x 1.080, 60/30 B/s; (HD) 1.280 x 720, 30 B/s; (L) 640 x 480, 30 B/s

  • Superzeitlupen-Movie (L) 640 x 480, 120 B/s, (M) 320 x 240, 240 B/s

  • Miniatur-Effekt (HD, L) 6 B/s, 3 B/s, 1,5 B/s

  • Hybrid Auto Movie (HD) 30 B/s

  • iFrame Movie (Full-HD) 30 B/s

Die Videolänge selbst ist mit 4GB oder 29min59sec. begrenzt. Wer macht schon längere Videos unter einmal?

Der aufgenommene Ton, mit dem muss man leben. Zusatzmikros sind schön und gut, aber mit der SX700 nicht nutzbar.

KONNEKTIVITÄT:

Gleich wie beim letzten Pedant ist auch mit der Canon SX700 eine Verbindung mit dem Smartphone oder Tablet möglich. Mit der SX700 geht’s sogar noch schneller, denn die Kamera hat NFC integriert. Smartphone an die Kamera, aus dem z.B. Play Store die notwendige App installiert, eingerichtet und schon habe ich das Bild auf meinem Smartphone oder Tablet. Ich liebe solche Features. Bei Nachtaufnahmen kann ich so getrost auf die Selbstauslösung verzichten, denn zum Auslösen verwende ich das Smartphone.

Verbindung mit dem Smartphone - Canon SX700

Verbindung mit dem Smartphone – Canon SX700

Auch wenn ich die Bilder betrachten will kann man sie einfach herunterladen oder sogar direkt von der Kamera aus in Social Medias posten und Backups bei Flickr oder Google Drive erstellen.

Geotaggen kann man die Bilder nur über das Smartphone. GPS hat man nicht eingepflanzt.

FEAUTURES:

  • Ultrakompakt mit 30fach optischem Zoom und 25-mm-Weitwinkelobjektiv. 60fach ZoomPlus

  • Das HS System sorgt für überzeugende Aufnahmen selbst bei wenig Licht: 16,1 Megapixel CMOS-Sensor und DIGIC 6

  • Intelligent IS für gestochen scharfe Fotos und 5-achsiger Dynamic IS für ruhige Movies in jeder Aufnahmesituation

  • Verbinden, Teilen und Backups erstellen ganz einfach dank WLAN mit NFC Unterstützung. Ferngesteuerte Aufnahmen und GPS über Mobilgeräte

  • Full-HD (1.080p) Movies mit 60 B/s, Stereoton und optischem Zoom

  • Großes 7,5 cm (3,0 Zoll) PureColor II G LCD (922.000 Bildpunkte sRGB)

  • Kreativmodi für Aufnahmen mit dem persönlichen Touch

  • Filmtagebuch mit Hybrid Auto erstellen und besonders einfaches Aufnehmen mit Smart Auto

  • Die Steuerung selbst in die Hand nehmen dank dem Manuell, Av und Tv Modus

  • Action festhalten mit Highspeed-Aufnahmen

BILDQUALITÄT:

Ich habe selbst eine DSLR zu Hause und bin deshalb von der Qualität meiner Bilder verwöhnt. So war ich nach langer Zeit ohne Kompaktkamera gespannt was sich so getan hat.

Ich nehme es vorweg, es hat sich viel getan. Die Canon SX700 hat mich schon nach den ersten Minuten elektrisiert. Das, was ich zunächst auf dem Display der Kamera sehen konnte, war sehr gut. Sicher kann man eine Analyse erst am PC vornehmen und dann nur eingeschränkt, aber ich will hier keine professionelle Meinung abgeben. Ich bin ein normaler User, wie wahrscheinlich ihr auch und sehe mir deshalb nur gewissen Faktoren genauer an.

Die Bilder, die ich geknipst habe, habe ich im Seitenverhältnis 3:2 mit voller Auflösung 16,1 MP aufgenommen. Der Kontrastumfang der Kamera ist meines Erachtens auf sehr hohem Niveau. Die Farbwiedergabe ist vielleicht etwas zu warm, ist aber definitiv eine subjektive Meinung.

Das verwendete Objektiv macht die Arbeit zur besten Zufriedenheit. Das Rauschen bei Nachtbildern oder wenig Licht ist da, aber hält sich zugunsten des Users in Grenzen. Leider ist ein ISO Umfang von 3.200 doch zu wenig.

Auch im Telebereich will ich der Canon SX700 ein gutes Zeugnis ausstellen. Alle Bilder, die ich in diesem gemacht habe, sind direkt aus der Hand gemacht. Deshalb auch musste der Stabilisator ordentlich eingreifen. Ich denke aber trotzdem lassen sich die Bilder ansehen.

Zugegeben kann das digitale Zoom mit dem optischen nie mithalten. Die Ergebnisse meines Tests müssen sich aber nicht verstecken oder gar gelöscht werden.

Bilder bis zu einer Größe von ungefähr 50 cm würde ich ohne weiteres ausdrucken.

FAZIT:

Nach 2 Wochen mit der Canon SX700 HS, ihres Zeichen Powershot Kamera, bin ich wieder voll auf der Welle der Superzoomer. Bis zum Beginn des Tests war ich der Meinung, ich brauche nur eine DSLR, mehr nicht.

Diese Meinung hat die Canon SX700 wiederlegt. Was mit so einer Superzoom Kompakten alles anzustellen ist, ist wahrlich sagenhaft. Von Weitwinkel bis extremen Telebereich ist alles kompakt in einem Gerät vereint. Dazu gesellen sich Features wie NFC und WLAN sodass ein Kabel gar nicht mehr benötigt wird.

Die Bildqualität, zwar nicht auf dem Niveau einer DSLR, aber für Reisen und sonstige Events durchaus genug. Studiofotografie will man mit so einem Ding sowieso nicht machen.

Wäre das Objektiv etwas lichtstärker so würden sich bei Nacht noch bessere Bilder ausgehen.

Insgesamt ist die Canon SX700 super verarbeitet, leicht zu bedienen und wartet mit einer guten Bildqualität auf.

Wer also eine Kamera für die nächste Reise sucht, ist mit der Canon gut bedient.

Quelle: Canon

Print Friendly, PDF & Email