NIKON Coolpix S02 – die kleine Pocketkamera im Alltagestest

NIKON Coolpix S02 – die kleine Pocketkamera im Alltagestest

17. Oktober 2013 0 Von Lassito
Geschätzte Lesezeit: 11 minutes

 

Nicht nur Spiegelreflexkameras und die neue Generation an Systemkameras ala Nikon 1 AW1 sind gefragt sondern auch so kleine Kompaktkameras wie die nagelneue Nikon S02.

Auf der Futura 2013 in Salzburg haben wir die „zuckersüße“ Nikon S02 das erste Mal gesehen. Wir kannten so was Kleines schon von Nikon nämlich genau die Vorgängerin. Die hat mich als Tester dazumal schon sehr interessiert und nun hat man bei der S02 nochmal einen draufgelegt um das Interesse noch stärker zu wecken. Doch kann was Kleines auch was Annehmbares an Bilder abliefern? Das klären wir in unserem Bildertest bzw. Alltagstest.

BESONDERHEITEN DER Coolpix S02:

Die Besonderheit der S02 ist schlichtweg ihre kleine Bauform. Mit gerade Mal einer Größe, kleiner als eine Kreditkarte ist die Nikon die ideale Begleiterin auf Städtereisen gemeinsam mit meiner Nikon D3100 DSLR. Aber auch auf kurzen Sparziergängen im Wald oder zum Baden an den See ist die Nikon Coolpix S02 sozusagen eine IMMER-DABEI-KAMERA.

UNBOXING:

So klein die Kamera ist so klein ist auch ihre Verpackung. Sieht man diese zum ersten Mal, weiß man darin kann nur was Kleines versteckt sein. So ist es auch. Die S02 aus der Verpackung genommen fanden wir noch ein Netzteil, eine MicroUSB Kabel, eine Handschlaufe sowie die Garantiekarte.

Verpackung der Nikon Coolpix S02

Verpackung der Nikon Coolpix S02

Die Kamera selbst wurde uns von Nikon in Silber bereitgestellt. Schaut man genauer hin kann man auch chrom sagen denn Fingerabdrücke bleiben bis zum nächsten Saubermachen drauf. Ein matter Lack wäre meines Erachtens wünschenswerter gewesen oder man greift überhaupt zu einer anderen Farbe, pink, weiß, blau.

Coolpix S02 mitsamt Zubehör - im Lieferumfang enthalten

Coolpix S02 mitsamt Zubehör – im Lieferumfang enthalten

Die S02 ist mit einer Größe von ca. 51,3 x 77,1 x 17,5 mm wahrlich ein Hosentaschenfreund. Für Frauenhandtaschen wäre sie wieder zu klein geraten, Frauen würden ewig brauchen sie zwischen den ganzen Krams zu finden.

Auch viele Tasten wird man an der Kamera nicht finden. Auf folgendes konnte man jedoch nicht verzichten:

  • Oberseite: On/Off Button, Auslösetaste mit Zoomrad, Wiedergabetaste
  • Unterseite: MicroHDMI und MicroUSB Anschluss unter einer Verschlusskappe
  • rechte Seite: Ausbuchtung für Trageschlaufe
  • Hinterseite: 2,7 Zoll Touchdisplay
  • Vorderseite: CMOS Bildsensor – Nikkor Objektiv 4,1-12,3mm – 1:3.3-5.9, Blitz, AF-Hilfslicht
Oberseite der Nikon S02 mit Powerbutton - Auslöser mitsamt Zoomrad - Playtaste

Oberseite der Nikon S02 mit Powerbutton – Auslöser mitsamt Zoomrad – Playtaste

 

Unterseite mitsamt der Anschlussklappe für HDMI und USB Anschluss

Unterseite mitsamt der Anschlussklappe für HDMI und USB Anschluss

Anschlussdeckel geöffnet

Anschlussdeckel geöffnet

linke Seite

linke Seite

rechte Seite mit Schlaufenhalterung

rechte Seite mit Schlaufenhalterung

Frontseite

Frontseite mit Fingerabdrücken

Hinterseite mit Touchscreen und Homebutton

Hinterseite mit Touchscreen und Homebutton

 

HANDLING:

Auch eine Größe unter der einer Kreditkarte tut dem guten Handling keinerlei Abbruch. Die Trageschlaufe um den Arm zu wickeln empfehle ich aber schon, denn einen Sturz würde unsere Nikon nicht aushalten. Gewichtstechnisch spürt man schon etwas in der Hand zu halten aber wirklich störend ist das nicht. Ich als Spiegelreflexfotograf bin da anderes gewöhnt denn die S02 könnte genau so gut ein Zusatzblitz für meine D3100 sein. Man mag es nicht glauben aber sie findet in jeder Jacken und Hosentasch leicht unterschlupf.

Die Ecken der Kamera sind rund ausgeführt und verleihen so ein bessers Haltegefühl. Auch Menschen mit kleinen Händen fühlen sich mit der S02 wohl. Die Bedienung des Touchscreens, des Auslösebuttons mit einer Hand funktioniert.

Dazu trägt auch der Touchdisplay bei, der auf Berührungen absolut schnell reagiert.

AUFLÖSUNG UND OBJEKTIV:

Hat man sich beim Vorgänger noch mit 10MP zufrieden gegeben sind es nun 13MP und ein besserer Sensor. Der S02 hat man einen 1/3,1 CMOS Sensor spendiert der genau gesagt mit 14,17 Mio. Pixel auflöst. Für optimale Bilder sorgt das Nikkor Objetkiv mit 3-fach optischen Zoom und einer Brennweite von 4,1 bis 12,3 mm (Bildwinkel entspricht 30 bis 90 mm bei Kleinbildformat). Die Lichtstärke wird mit 1:3,3 bis 1:5,9 angegeben. Der optische Aufbau erfolgt mit 6 Linsen in 5 Gruppen. Sollte der optische Zoom nicht ausreichen kann man noch auf eine bis zu 4-fache Vergrößerung (Bildwinkel entspricht ca. 360 mm bei Kleinbildformat) zurückgreifen.

Der Fokusbereich der Kamera liegt bei [W]: ca. 30 cm bis unendlich, [T]: ca. 50 cm bis unendlich. ca. 5 cm bis unendlich (Weitwinkelstellung) oder ca. 50 cm bis unendlich (Telestellung) im Nahaufnahme-Modus.

Wie jeder weiß kann man die Auflösung der Bilder selbst noch variieren sodass folgende Auflösungen möglich sind:

  • 13 M [4.160 x 3.120]
  • 4 M [2.272 x 1.704]
  • 2 M [1.600 x 1.200]

die im JPEG Format im interen Speicher abgelegt werden. RAW ist aufgrund der Speichergröße gar nicht möglich.

Ein absolutes Highlight ist der FullHD Videomodus der alles Aufgenommene im MOV (H.264/MPEG-4 AVC mit LPCM-Stereoton) aufzeichnet. Auch hier kann man verschiedene Parameter wählen:

  • 1080/30p (Standardeinstellung): 1920 x 1080/16:9
  • 720/30p: 1280 x 720/16:9
  • iFrame 540/30p: 960 x 540/16:9
  • HS 720/2x: 1280 x 720/16:9
  • HS 1080/0,5x: 1920 x 1080/16:9

 

MENÜ:

Wie schon erwähnt wird alles per Touchscreen eingestellt. Das Einrichten der S02 gestaltet sich selbsterklärend und ganz einfach. Auch der Display macht keine faxen und gibt das was man getippt hat weiter. Insgesamt dauert es so an die 5 Minuten bis alle wichtigen Parameter der S02 in Touchform mitgeteilt wurden.

Die Sprache, das Datum, Uhrzeit und das Design des Homescreen eingestellt sind dem Spaß keine Grenzen mehr gesetzt.

 

Zeigt die Menüführung nach dem Einschalten bzw. der Erstinbetriebnahme der S02.

Zeigt die Menüführung nach dem Einschalten bzw. der Erstinbetriebnahme der S02.

Zeigt die Menüführung nach dem Einschalten bzw. der Erstinbetriebnahme der S02.

Zeigt die Menüführung nach dem Einschalten bzw. der Erstinbetriebnahme der S02.

Weiters im Menü zu finden sind folgende Punkte:

  • Aufnahme
  • Wiedergabe
  • Filmsequenz
  • System
  • Selbstauslöser
  • Blitz
  • Motivprogrammauswahl
  • Belichtungskorrektur
  • Bildqualität/Größe
  • Touchscreenfunktion
  • Effekte
  • Benutzer definiertes Menü anpassen

Das Wiedergabe Menü beherbergt noch weitere Menüpunkte die folgende sind:

  • Löschen
  • Lieblingsbilder
  • Filtereffekte
  • Diashow
  • Druckauftrag

 

BILDMODUS:

Jetzt gehts um die eigentlichen Eigenschaften der S02, dem Bildermachen. 13MP sind für Aufnahmen durchaus ausreichend, das wissen alle die sich ein wenig mit Fotografie beschäftigen. Ausdrucke um die 50x70cm sind allemal möglich ohne Angst zu haben jeden Pixel zu sehen. Auch der neue CMOS Sensor in der Kamera soll für noch besser Bilder sorgen als der Sensor in der Vorgängerin. Vorweg gesagt das tut er auch.

Der ISO Modus bewegt sich von 125-1600. Belichtungstechnisch kann die Nikon S02 folgendes:

  • Matrixmessung,
  • mittenbetonte Messung (mit Digitalzoom unter 2-facher Vergrößerung),
  • Spotmessung (mit Digitalzoom ab 2-facher Vergrößerung)

Sollte es dann noch dunkel sein so hilft die TTL Blitzmessung aus und sorgt auch noch für helle Personen im Bild.

Den Automatik Szenemodus eingestellt kann man sich Voll und Ganz auf die Nikon verlassen. Die Kamera erkennt sofort Motive und stellt sämtliche Parameter für ein gutes Bild ein. In keinem der gestellten Aufgaben wurde die Automatik überfordert noch wusste sie nicht welche Einstellung ratsam wäre. Die Bilder passten allesamt. Sicherlich könnte man händisch noch einiges besser machen aber sind wir doch ehrlich. Wer nutzt den schon im Hobbybereich den manuellen Modus wirklich viel. Alles in allem genügt der Automodus mehr als aus um das was wichtig ist auf das Bild zu bringen.

 

Als Vergleich habe ich ein nicht ganz faires Experiment gewählt. Zuerst mit meiner Nikon D3100 ein Foto gemacht und dann das Gleiche mit der Coolpix S02. Alle Fotos sind im Automodus entstanden. Da die Nikon S02 kein Stativgewinde eingebaut hat ist es etwas schwieriger genau das  abzufotografieren wie vorher mit der Nikon D3100, aber überzeugt euch selbst.

Aufnahme eines Blattes auf weißen Hintergrund ohne Zoom - linkes Bild Nikon S02 - rechtes Bild Nikon D3100

Aufnahme eines Blattes auf weißen Hintergrund ohne Zoom – linkes Bild Nikon S02 – rechtes Bild Nikon D3100

Gleiches Bild wie oben nur mit 3 fach optischem Zoom - links Nikon S02 - rechts Nikon D3100

Gleiches Bild wie oben nur mit 3 fach optischem Zoom – links Nikon S02 – rechts Nikon D3100

Die Vergleichsbilder wurden immer zuerst ohne Zoom und dann mittels ca. 3 fachem Zoom (optisch durchgeführt).

wiedermals ohne Zoom - links Nikon S02 - rechts Nikon D3100

wiedermals ohne Zoom – links Nikon S02 – rechts Nikon D3100

mit 3 fach Zoom

mit 3 fach Zoom

Nikon S02 mit 5 fach Zoom (optisch und digital)

Nikon S02 mit 5 fach Zoom (optisch und digital)

Zeitungsauschnitt im Vergleich

Zeitungsauschnitt im Vergleich

Die Nikon S02 zeichnet etwas heller ab hingegen die DSLR Nikon D3100 etwas dunkler die Bilder wiedergibt. Vom Augenschein her hat man das Gefühl die DSLR gibt die Farben realer wieder. Die Nikon S02 wirkt teilweise etwas künstlicher vor allem beim Grün der Wiese zu erkennen.

Auch wird bei Zoom am Bildschirm erkennbar, dass die Nikon S02 natürlich im Detail nicht so sauber zeichnet wie die DSLR doch muss man aber der Kleinen anerkennen sehr gute Bilder zu knipsen die für 80% der Benutzer ausreichen würde.

Von schlechten Eltern ist die Nikon S02 aber deshalb keineswegs. Die Bilder sind ausgewogen kontrastreich.

Nachtaufnahme Vergleich Szenemodus - Nachtaufnahme Freihandmodus

Nachtaufnahme Vergleich Szenemodus – Nachtaufnahme Freihandmodus

VIDEOMODUS:

Der Videomodus ist heutzutage eines der wichtigsten Dinge einer Kompakt-Reisekamera. Vieles kann und will man nicht in Bilder fassen sondern in bewegter Form aufnehmen. Dazu hat man der S02 einen FullHD Videomodus spendiert der sogar mit Stereoton aufzeichnet. Klanglich und auch die Bilder sprechen für sich. Die Aufnahme ist am Tag der Shopping Night in Innsbruck direkt vor dem Kaufhaus Tyrol entstanden. Auch bei schlechtem Licht kann noch genug eingefangen werden.

Gefilmt wird in folgenden Formaten:

  • 1080/30p (Standardeinstellung): 1920 x 1080/16:9,
  • 720/30p: 1280 x 720/16:9,
  • iFrame 540/30p: 960 x 540/16:9,
  • HS 720/2x: 1280 x 720/16:9,
  • HS 1080/0,5x: 1920 x 1080/16:9

SPEICHER:

Durchaus verständlich, kann man keinen microSD oder überhaupt SD Slot integrieren muss man sich mit ca. 7,3 GB internem Speicher zufrieden geben. Dies genügt für an die 2395 Bilder mit 13 Megapixel oder 27 min und 27 sec. FullHD Film mit 30fps.

AKKU:

Der integrierte Akku kann in ca. 2,5 – 3 Stunden vollgeladen werden. Dies geschieht am PC oder per handelsüblichem Netzteil und dem mitgeliefertem USB Kabel. Ist dieser dann voll können damit ca. 210 Aufnahmen oder etwa 1h15min gefilmt werden. Eher geht einem beim Filmen vorher der Speicher aus denn dieser reicht gerade mal für 30 min bei voller Auflösung (FullHD).

 

DISPLAY:

Das Display ist ein 6,7 cm (2,7 Zoll) großer TFT-Touchscreen mit 230.000 Bildpunkten und Antireflexbeschichtung. Zum Ablichten von Objekten bzw. als Sucher macht er eine gute Figur. Zum Ansehen der Bilder ist er leider etwas zu schwach aufgelöst sodass man nicht sofort erkennt ob etwas unscharf ist. Gut gefällt die leichte Bedienbarkeit per Touch. Die Sensität ist mehr als ausreichend, Reaktion sehr gut.

FAZIT:

Leider hat es sich dieses Mal nicht ergeben eine Städtereise zu machen doch haben wir mit der Nikon S02 unseren Spaß gehabt. Sie war eigentlich immer dabei und wenn es darauf ankam sofort einsatzbereit. Die Bilder werden stets im Automodus gut und kontrastreich.

Klar ist, mit der Nikon S02 hat man eine sehr gute, absolut kompakte Kamera im Kleinformat kreiert die ihrem Vorfahr durchaus gerecht wird, diesen sogar um einiges überragt.

Die Bilder und Videos der S02 sind auf jeden Fall besser als mit der Handycam geknipst können aber Bilder einer DSLR oder Systemkamera nicht ersetzen. Deshalb gilt, macht man z.b. eine Städtereise müssen beide Kameras mit, die DSLR sowie die Nikon S02.

Touchscreen in dieser Größe bei einer Kamera – unproblematisch. Die S02 reagiert schnell und auf jeden Befehl. Die Einstellungsmöglichkeiten im Menü genügen und reichen für Hobbyfotografen aus. Bei Sonnenschein wird es wie von den meisten Kameras bekannt etwas schwieriger mit der Objektsuche über den Display da dieser trotz Antireflexion ein wenig spiegelt aber man bekommt es hin.

 

Wer also was Kleines mit guter Qualität sucht liegt mit der Nikon Coolpix S02 absolut richtig zumal der Preis von € 129 passt.

 

Pro:

*Größe

*Verarbeitungsqualität

*Touchscreen

 

Contra:

*fehlendes Stativgewinde

*Speicher

 

Quelle: Nikon

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