Nikon 1 V3 – Die Schlankheitskur bei Systemkameras

Nikon 1 V3 – Die Schlankheitskur bei Systemkameras

28. Mai 2015 0 Von Steve
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Die neue Nikon 1 V3 Systemkamera verfällt auch dem Trend schlank und möglichst klein zu sein. Mit der Vorgängerin Nikon 1 V2 (zum Test) hat sie nicht mehr viel gemein. Ob sich die neue 1 V3 dennoch verbessert hat oder es nur eine Verschlimmerung wurde, musste die Kamera in den Tiroler Alpen unter Beweis stellen.

Schon recht früh wurde die neue Nikon 1 V3 in freier Wildbahn gesichtet, wirklich länger begutachten konnten wir sie erst jetzt und mussten feststellen, würde nicht V3 drauf stehen, könnte man sie als J-Serie verwechseln.

So völlig anders, all ihre Merkmale – typisch V-Serie – wurden abgelegt und so kommt die V3 in einem völlig neuem Schlankheitswahn-Design daher.

in freier Wildbahn - Nikon 1 V3 - SmartCamNews

Unboxing

Es fällt sofort auf, sie ist schlank geworden, die Griffmulde der optische Sucher sind verschwunden. Dafür bekam sie viel Neues spendiert. Geliefert wird typisch Nikon ein externes Ladegerät. Im Kit erhält man das 10-30mm Objektiv dazu, optional gibt es das 30-100mm welches wir bei der Nikon 1 V2 schon getestet haben.

Unboxing Nikon 1 V3 - SmartCamNews

Handling

Sie ist leicht, liegt gut in der Hand, wenn man eine Systemkamera, wie eine Pocket-Kamera halten will und ist wirklich hochwertig verarbeitet. Die Spaltmaße sind wirklich gering und die Zugänge zu HDMI, Ladeanschluss uvm. sind mit Gummikappen versehen. Nein: Spritzwassergeschützt ist sie dennoch nicht. Die Bedienelemente sind fast mit der V2 gleich zu setzen, ein paar neue Formen haben sie bekommen, das war es schon.

Frontansicht - Nikon 1 V3 - SmartCamNews

Keine Anschlüsse sind vergessen worden. Der HDMI Ausgang ist mittlerweile ebenso Standard wie auch Wifi und NFC. Auch der externe Mikrofon-Anschluss an der gegenüberliegenden Seite wurde nicht vergessen. Neu ist, dass man nun eine MicroSD Karte benötigt. Erst wer einen Extrem U3 Class 10 Karte nutzt, bekommt von der Kamera deren Leistung ungebremst zur Verfügung gestellt.

Externe Quellen und MicroSD - Nikon 1 V3 - SmartCamNews

Display

Klappdisplay Nikon V3 - SmartCamNews

Die größte Erneuerung ist das 3 Zoll Display. Es wurde nun klappbar und bekam den Touch-Modus dazu spendiert. Die Bedienelemente sind fast unverändert. Mit stolzen 1.037.000 Pixel löst das Display auf und ermöglicht auch so gutes und treffsicheres Fokussieren. Dank Pinch2Zoom kann man das Motiv zur Kontrolle vergrößern und auf Wunsch sogleich wie von einem Smartphone bekannt bearbeiten. Zuschnitt, Formatänderung oder Filter darüber legen, alles ist nun machbar. Selfie ist immer noch ein Fremdwort.

Keine Selfie Funktion - Nikon 1 V3 - SmartCamNews

Bedienelemente der Nikon 1 V3 Systemkamera

Nikon teilt die Bedienelemente auf, zur rechten Seite befindet sich alles Nützliche das stets benötigt wird. Neben dem Menürad, die Einstellung für Blitz, ISO, Schnellzugriff wichtigesten Funktionen, Funktionstasten und Fokus…

Menürad und FN Tasten - Nikon 1 V3 - SmartCamNews

Oben sind die Stellrädchen für Belichtung und Blende, die On/Off Wippe, gleich daneben die Video-Direkt-Starttaste. Das Wahlrad für die Funktionen PSAM,- Szenen,- Panorama und iAuto Modus liegen wie üblich gleich daneben.

Bedienelemente - Nikon 1 V3 - SmartCamNews

Netterweise hat Nikon bei der neuen Nikon 1 V3 nicht überall den Rotstift angesetzt und zumindest den Blitzschuh beibehalten. Zwar wirkt alles was größer als der SP-400 Blitz ist recht übertrieben dafür könnte ein Stereo Mikrofon ebenso angebracht werden.

Blitzschuh Nikon 1 V3 - SmartCamNews

Blitz

Der ausklappbare Blitz ist sehr klein und besitzt 2 Gelenke. Indirektes Blitzen ist nicht möglich jedoch deckt der Kleine einen Radius bis zu 200 mm sehr gut ab. Auch in seiner Intensität ist er regelbar. Automatisches Ausklappen wie von einer Nikon DSLR bekannt unterstützt der Blitz der V3 nicht.

Blitz Nikon 1 V3 - SmartCamNews

Sensor, Fokus und Geschwindigkeit

Ein Highlight ist der Sensor der Nikon 1 V3. Es ist ein CX CMOS Sensor der mit 18,4 Millionen Pixel auflöst. Wie bei Systemkameras bekannt fehlt hier der Spiegel und so ist es der Nikon 1 V3 möglich mit unter 1/16000 s auszulösen. Bei Langzeitbelichtung geht’s in Standard Schritten hoch bis 30 Sekunden. Auf Wunsch kann auch Bulb aktiviert werden.

Der Hybrid-AF um genau zu sein ist ein Autofokus mit Phasenerkennung und Kontrasterkennung. Dank dem AF-Hilfslicht kann auf Einzelfeldsteuerung auf 171 Fokusmessfelder vertraut werden. Die mittleren 105 Felder unterstützen Autofokus mit Phasenerkennung, automatische Messfeldsteuerung ist mit immerhin noch 41 Fokusmessfelder möglich.

Sensor - Nikon 1 V3 - SmartCamNews

Größen Vergleich Nikon 1 V3 vs Nikon P7700

Um die neue Größe der V3 besser zu zeigen haben wir unsere gute alte Lady Nikon P7700 gebeten sich mit aufs Bild zu rücken. Der Schlankheitswahn der Systemkameras lässt gute Kompakte plötzlich richtig groß aussehen.

Nikon 1 V3 vs Nikon P7700 - SmartCamNews

Testbilder der Nikon 1 V3 Systemkamera

So kommen wir nun zu den Testbildern, die von der Nikon 1 V3 mit dem Standard Kit Objektiv Nikkor 10-30 mm erstellte wurden, dem entspricht in etwa 25 – 75 mm. Was beim neuen Objektiv auffällt, der Objektivdeckel entfällt. Die Lamellen, die vor die Linse angebracht wurden, schützen nun mit einem mechanischen Verschluss das Objektiv. Pocket-Kamera lässt grüßen. Auch der Knopf auf der Seite, die das Objektiv hervorfahren lies und somit automatisch die Kamera aktivierte ist ebenfalls nicht mehr dabei.

HDR Modus

Wir machten uns auf den Weg in die Wildschönau, um den Frühling einzufangen, dabei konnte die V3 sich mit ihrem Szenen Modus voll ausspielen. Begrüßt wurden wir mit einem Herz als Holz, das wir im HDR Modus einfingen.

Herz im Holz - Nikon 1 V3 - SmartCamNews

Landschaftsmodus im iAuto

Was sehr gut klappt ist der iAuto Modus. Die Farben werden wirklich sehr gut hervorgehoben. Auch im schattigen Bereich wird gekonnt aufgehellt. Dank dem dynamischen Kontrastautofokus wird auch im hinteren Bereich recht scharf abgelichtet.

Autofokus - Nikon 1 V3 - SmartCamNews

iAuto vs. Gegenlicht Modus

Dass die Automatik nicht immer das beste ist, zeigt dass die vielen Szenen-Modus-Funktionen doch manuell angewählt dann das bessere Ergebnis erzielen. Wir kamen sogar zum Schluss die mit gegebenen Funktionen ersetzen in vielen Bereichen den Manuellen Modus sehr gut wie dieses Beispiel zeigt. Hobby-Fotografen werden sich daran erfreuen nun Semiprofiaufnahmen gestalten zu können.

Automatik Modus Nikon 1 V3 - SmartCamNews
Gegenlicht Nikon 1 V3 - SmartCamNews

Touch-Fokus, Marko, Miniatur, Black and White

Am Weg hinauf auf den Berg entdeckten wir entlang des Weges immer wieder unzählige Frühlingsboten. Allem voran die Krokusse, die in unendlicher Anzahl aus dem Boden schossen. Auf den Touch-Fokus gestellt und schon den Frühling in Szene gesetzt. Dank dem klappbaren Display ist es ein leichtes auch in bodennähe ohne Aufwand zu fotografieren.

Krokuse - Nikon 1 V3 - SmartCamNews

Der Schwarz-Weiß-Modus kommt einer manuellen nachträglichen Bearbeitung wie aus dem Photoshop sehr nahe. Nikon hat hier die Software gegenüber der V2 unverändert belassen. Dieser Modus gefiel uns schon bei der Vorgänger Kamera – Nikon 1 V2.

Black and White - Nikon 1 V3 - SmartCamNews

In all den kleinen Pfützen, die von der Schneeschmelze, bei den vorsommerlichen Temperaturen entstehen, strecken vereinzelt kleine Blumen ihre Blüten heraus. Der Miniatur Modus zeigt die Welt von einer ganz neuen Seite. Der Fokus wird hier in die Mitte des Bildes gelenkt und lässt die Umgebung verschwimmen.

Minuatur Effekt - Nikon 1 V3 - SmartCamNews

Oben fast angekommen, lag dieser erste Grünstreifen uns vor Füßen. Hier setzen wir auf den manuellen Modus, der maximale Flexibilität in der freien Bildgestaltung á la DSLR ermöglicht. Mit manuellem Fokus, den Funktionstasten mit der freien Belegung, ist so schnell mit Blende, Verschluss, ISO und Schärfe den Bildausschnitt wie gewünscht ausgewählt.

Grüner Streifen - Nikon 1 V3 - SmartCamNews

Auf der Alm angekommen begrüßte uns eine Katze, die eben am Holzzaun entlang schlich und hoffte, dass die Wanderer ihr vielleicht etwas von ihrer mitgebrachten Jause abgeben. In weniger als 2 Sekunden war die Kamera aktiv und das Bild eingefangen. Perfekte Schnappschüsse sind garantiert und leicht umsetzbar.

Die Katze - Nikon 1 V3 - SmartCamNews

Eine Funktion die mittlerweile auch Smartphones perfekt beherrschen ist die Panoramafunktion. Zwar setzen Profis immer noch auf die Einzelbildaufnahme um diese später in der Bildbearbeitungssoftware zusammen zusetzen, darf bei der Nikon gerne darauf verzichtet werden. Bei einer geringeren Aufnahmeweite von 180 Grad bleibt ein schwarzer Balken am Bildausschnitt zurück. Den man anschließend einfach wegschneidet. So endet unser kleiner Ausflug in die Berge der Wildschönau.

Panorama - Nikon 1 V3 - SmartCamNews

Fazit

Alle technischen Daten können auf der Homepage von Nikon nachgelesen werden.

Die Nikon 1 V3 Systemkamera ist in Sachen Funktionen und technischen Erweiterungen eine wirklich gute Erneuerung gegenüber der 1 V2 (zum Test).

Das Klapp-Touch-Display löst sehr hell und gestochen scharf auf. Die Auslöseverzögerung ist mit 1/16000s sensationell dank der Bulb Funktion sind Langzeitbelichtungen jenseits der 30 Sekunden möglich.

Beim ISO sollte man nicht über ISO800 gehen sofern keine nachträgliche Bearbeitung am PC erwünscht ist.

Der Akku hält gefühlt für weit über 400 Aufnahmen und beim Video-Dreh ist softwareseitig nach 30 Minuten eine Pause einzulegen.

Dank dem externen Ladegerät kann so ein weiterer Akku, stets beladen griffbereit in der Kameratasche auf seinen Einsatz warten.

Leider wurde das Design zu sehr in Richtung Pocket-Kameras gerückt. Der optionaler Aufsteckgriff der die Griffmulde ein wenig zurück bringt und der fehlende Sucher, der nun als optionales Tech-Gadget angesehen werden darf, sind zwar nützliche jedoch zum Gesamtpreis von 400 Euro sollte die Investition gut überlegt sein. Die Nikon 1 V3 mit Kit Objektiv ist derzeit für rund 750 Euro erhältlich.

30 110mm Objektiv Nikon 1 V3 - SmartCamNews

Das Zoom Objektiv von 30-110 mm in Farbe schwarz oder weiß erweitert gekonnt den Brennweitenbereich. Kostet derzeit rund 200 Euro. Ein Beispielbild wie die gesamte Brennweite von 10-110 mm zur Geltung kommt zeigt das Bild vom Test der Nikon 1 V2.

Nikon-1-V2-Zoom-smarttechnews.eu_

Das gesamte Kit bestehend aus Nikon 1 V3, Nikkor 10-30 mm, Sucher und Griffmulde, das derzeit für 1250 Euro erhältlich ist. Zu diesem Preis erhält man eine Kamera, die sich leicht mit einer System-Kamera anderer Hersteller messen lässt. Mit dem Kauf des Kits wird man in Jahren noch glücklich sein und selten einen vergleich mit anderen Systemen suchen.

Quelle: Nikon

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